Eine PV Anlage sollte immer mit einem Batteriespeicher kombiniert werden, damit der selbst erzeugte Solarstrom zum größten Teil selbst verbraucht werden kann. Damit ein Batteriespeicher die richtige Größe bzw. Speichervolumen besitzt, muss auf einiges geachtet werden. Doch wie wählt man den richtigen Batteriespeicher zur PV Anlage eigentlich? Diese Frage wird in diesem Beitrag beantwortet.
Wie wird der richtige Batteriespeicher für die PV Anlage ausgewählt?
Es ist sehr wichtig, die Größe des Batteriespeichers richtig festzulegen. Nur so kann er effizient eingesetzt werden. Damit man die richtige Größe berechnen kann, muss eine genaue Berechnung durchgeführt werden. Eine Berechnung ist daher notwendig, weil eine PV Anlage im Laufe des Jahres unterschiedliche Strommenge erzeugt.
Nur ein Beispiel dazu. Im Winter erzeugt eine PV Anlage weniger Strom als im Sommer. Für die Stromerzeugung muss auch beachtet werden, dass die Tageslänge mit Tageslicht unterschiedlich im Sommer und im Winter ist. Geht man nach den unterschiedlichen Jahreszeiten, so wird im Winter ein größerer und im Sommer ein kleinerer Batteriespeicher benötigt. Bei der Wahl des Batteriespeichers muss daher der durchschnittliche Bedarf zwischen Winter und Sommer gewählt werden.
Die Faktoren für die richtige Wahl des Batteriespeichers:
- bei einer neuen PV Anlage muss der Batteriespeicher zur Nennleistung der Anlage gewählt werden
- bei einer bestehenden PV Anlage wird die Wahl durch die bestehende Nennleistung bereits eingegrenzt
So berechnen Sie die richtige Speichergröße
Unsere Empfehlung als Faustregel: 2 kWh Speicherkapazität pro 1.000 kWh Haushaltsstrom im Jahr. Bei unseren Aufträgen 2026 ohne Wärmepumpe und E-Auto lag der Wert im Mittel sogar bei rund 2,6 kWh: Vielen Kunden ist eine hohe Unabhängigkeit wichtig. Batteriespeicher sind in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden. Deshalb lohnt es sich heute, den Speicher großzügiger auszulegen als früher. Ein größerer Speicher bringt den Solarstrom vom Mittag zuverlässig über den Abend und die Nacht, und Sie kaufen weniger Strom aus dem Netz.
Schritt 1: Jahresstromverbrauch ermitteln
Nehmen Sie den Verbrauch aus Ihrer letzten Jahresabrechnung. Am besten schauen Sie auf die letzten drei Jahre, denn Schwankungen sind normal. Gemeint ist der normale Haushaltsstrom. Den Verbrauch von Wärmepumpe oder E-Auto rechnen Sie hier nicht mit, warum, lesen Sie weiter unten.
Schritt 2: Speichergröße berechnen
Jahresverbrauch in kWh ÷ 1.000 × 2 = empfohlene Speichergröße in kWh
Beispiel: Ein Haushalt mit 5.000 kWh Jahresverbrauch rechnet 5.000 ÷ 1.000 × 2 = 10 kWh Speicher. Weitere Richtwerte:
- 3.000 kWh Jahresverbrauch: 6 kWh Speicher
- 4.000 kWh Jahresverbrauch: 8 kWh Speicher
- 5.000 kWh Jahresverbrauch: 10 kWh Speicher
- 6.000 kWh Jahresverbrauch: 12 kWh Speicher
Schritt 3: Mit der PV-Anlage abgleichen
Ein Speicher kann nur laden, was die Anlage tagsüber übrig hat. PV-Anlage und Speicher müssen deshalb zusammenpassen. Bei einer neuen Anlage planen wir Dachfläche, Anlagenleistung und Speicher immer gemeinsam. Bei einer bestehenden Anlage begrenzt deren Leistung, wie groß der Speicher sinnvoll sein kann.
Wärmepumpe und E-Auto: Warum der Speicher nicht einfach mitwächst
Das E-Auto ist selbst ein Speicher. Es lädt am besten tagsüber direkt mit dem Überschuss vom Dach. Dafür braucht es keinen größeren Hausspeicher.
Die Wärmepumpe braucht ihren Strom vor allem im Winter. Dann verbraucht sie den Solarstrom meist schon tagsüber direkt, für den Speicher bleibt kaum etwas übrig. Im Sommer läuft sie wenig. Ein zusätzlicher Speicher hilft ihr deshalb vor allem in der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst. Bei unseren Aufträgen 2026 mit Wärmepumpe oder E-Auto lag der Speicher deshalb im Mittel bei rund 1,6 kWh pro 1.000 kWh Gesamtverbrauch.
Hinweis: Sobald man die Kapazität des Batteriespeichers berechnet hat, kann ein Hersteller gewählt werden. Es ist sehr ratsam, die unterschiedlichen Hersteller zu vergleichen und nicht den erstbesten Speicher zu kaufen.
Tipps für die richtige Batteriespeicher Wahl
Die vorher aufgelisteten Schritte helfen dabei, den richtigen Batteriespeicher für die PV Anlage zu wählen. Es gibt aber mehrere Tipps, damit man die richtige Wahl treffen kann. Auf jeden Fall helfen die folgenden Tipps dabei, den Speicher nicht zu groß oder zu klein zu wählen. Egal ob zu groß oder zu klein, besteht die Gefahr, dass die Lebenszeit beeinflusst wird.
Die Ladezyklen-Anzahl sollte bei der Wahl auch beachtet werden. Es ist ja bekannt, dass Akkus nach einiger Zeit nicht mehr sehr gut laden. Das beste Beispiel dafür ist ein Akku in einem Smartphone. Jeder weiß, dass nach vielen Ladezyklen der Akku nachlässt. Das gilt auch für den Batteriespeicher.
Wenn man bei der Wahl darauf achtet, hat man sehr lange Freude an seinem Batteriespeicher. Daher ist es wichtig, immer eine hohe Ladezyklen-Anzahl zu wählen. Auch wenn der Batteriespeicher dadurch etwas teurer wird. Empfehlenswert ist eine Ladezyklenzahl von mehr als 4000. Dadurch wird sichergestellt, dass der Batteriespeicher mehr als 15 Jahre seine Tätigkeit ohne Probleme ausführt.
Fazit
Ein paar hilfreiche Tipps und die Berechnungsformel helfen dabei, den richtigen Batteriespeicher für die PV Anlage wählen zu können. Wird eine neue PV Anlage geplant, übernimmt die Berechnung normalerweise ein Berater oder Fachmann.
Wird ein Batteriespeicher nachträglich gekauft und integriert, kann man selbst eine Berechnung anstellen. So können Hersteller schon vorher verglichen werden. Beim Kauf erfolgt aber sicherlich auch eine Berechnung der benötigten Speicherkapazität durch einen Verkäufer.
Die richtige Wahl zu treffen ist trotzdem nicht einfach. Einige Faktoren müssen berücksichtigt werden. Der Batteriespeicher darf nicht zu groß und nicht zu klein in seiner Speicherkapazität sein. Und auch die Zukunft muss mit einbezogen werden. Vielleicht fährt man ja in der Zukunft ein E-Auto oder man investiert in eine Wärmepumpe.
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